07.08.2019 - Unternehmen

Nachfolge geregelt

Markus Sieber, CEO der SPIRIT/21 GmbH (Mitte), hat die Regelung der Unternehmensnachfolge gemeinsam mit vier Geschäftsführungskollegen gestaltet (von links: Eberhard Armbruster, Andreas Weiß, Marc Bittig und Joachim Gutheil). Wie sich der IT-Mittelständler auf den "Management-Buy-Out" vorbereitet hat, erfahren Sie in einem Kurzinterview mit dem Unternehmenschef.

Herr Sieber, Anfang 2019 haben Sie zusammen mit vier weiteren Kollegen aus Ihrem Management-Team das Unternehmen SPIRIT/21 mehrheitlich übernommen. Wie lange hat SPIRIT/21 diesen „Management-Buy-Out“ vorbereitet?

Markus Sieber: „Häufig wird der erforderliche Zeitaufwand und die emotionale Seite bei der Unternehmensübergabe unterschätzt. Auch wir hätten nicht gedacht, dass sich dieser Prozess über mehrere Jahre hinziehen wird. Vom ersten konkreten Gespräch mit den Gründern und Alteigentümern bis zur Umsetzung hat das Thema ungefähr drei Jahre in Anspruch genommen.“

Wie waren die Reaktionen auf Mitarbeiter- und Kundenseite?

Markus Sieber: „Unsere Kunden schätzen vor allem die Kontinuität in den Geschäftsbeziehungen, die mit dem Unternehmensübergang gesichert wurde. In der Belegschaft waren die Reaktionen sehr positiv. Unsere Mitarbeiter wünschen sich Sicherheit und Perspektiven. Mit der MBO-Lösung konnten wir beides schaffen. Hinzu kam sicher auch, dass das übernehmende Management-Team als neuer Eigentümer ja bereits bekannt und mit den Anforderungen auf Mitarbeiter- und Kundenseite bestens vertraut war.“

Der Wechsel des Eigentümers gehört zu den großen Einschnitten in der Entwicklung eines Unternehmens.

Markus Sieber: „Ganz sicher. Für die Gründer ist damit meist der Ausstieg aus dem Berufsleben und der Abschied von ihrem Lebenswerk verbunden. Da sind naturgemäß eine Menge Emotionen im Spiel. In der Entscheidungsphase war es nicht immer einfach, die unterschiedlichen Argumente, Standpunkte und Befindlichkeiten aller Beteiligten zu balancieren. Dagegen war die anschließende Realisierungsphase sehr trocken und von vielen kniffligen juristischen und gesellschaftsrechtlichen Fragen begleitet. Deshalb beschlossen wir, einen externen Berater hinzuzuziehen, der sich in der Materie auskennt und dem beide Seiten vertrauten, die Alteigentümer und das neue MBO-Team.“

Welcher Aspekt ist für Sie persönlich am wichtigsten bei der jetzigen Nachfolgeregelung?

Markus Sieber: „Im Nachhinein bin ich total happy und auch stolz darauf, dass alles so gekommen ist. Mit unserem „Management-Buy-Out“ haben wir die Grundlage für ein Generationenmodell geschaffen. Das heißt, auch das heutige Führungsteam kann mittelfristig auf die gleiche Weise ersetzt werden. Damit kann sich SPIRIT/21 aus eigener Kraft und falls notwendig auch mit „frischem Blut“ von außen so positionieren, dass die Zukunft des Unternehmens und damit auch die Zukunft unserer Belegschaft gesichert ist.“

Wie kam die Entscheidung zustande?

Markus Sieber: „Zu Beginn wurden unterschiedliche Ansätze für die Nachfolgeregelung diskutiert. Dazu gehörte auch ein möglicher Verkauf des Unternehmens. In den Gesprächen kristallisierte sich jedoch schnell heraus, dass die Gründer ihr Lebenswerk nicht aufgeben, sondern das Unternehmen in seiner jetzigen Form erhalten und an das eigene Management übergeben wollten. Damit war der Weg in Richtung „Management-Buy-Out“ frei. Diese Grundsatzentscheidung war sehr wichtig, um die nächsten Schritte einzuleiten. Dazu gehörte zum Beispiel auch die Prüfung, ob das heutige Management-Team geeignet ist, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen und in die Fußstapfen der Gründer zu treten.“

Markus Sieber

Markus Sieber

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