16.01.2018 - Cloud

Cloud-Integration im Mittelstand - ein Widerspruch?

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Viele mittelständische Unternehmen haben bereits Digitalisierungsinitiativen gestartet und setzen diese derzeit mit Hochdruck quer durch die Organisation um. In Folge 1 meiner Mini-Serie beschäftige ich mich mit der Rolle, die die Fachbereiche und die Unternehmens-IT bei der Cloud-Integration spielen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Die Treiber der Digitalisierungsanstrengungen sind in erster Linie die Fachbereiche im Unternehmen - von der Produktentwicklung bis zur Produktion. Die Fachbereiche wollen (und müssen) die digitale Transformation des Business möglichst schnell vorantreiben, um den Anschluss an den Markt nicht zu verlieren oder um sich neue Märkte zu erschließen. Die IT wird dabei als Enabler benötigt, hat jedoch in vielen Fällen ihre neue Rolle noch nicht adaptieren können.

Was bedeutet die Digitalisierung für die Unternehmens-IT?
In diesem Prozess suchen die Fachbereiche agile IT-Lösungen, also die kurzfristige Bereitstellung von Kapazitäten und Services, die Integration von neuen Services in bestehende Strukturen oder ready-to-use Lösungen. Die Digitalisierungsinitiativen treiben damit einen Keil zwischen Fachbereiche und IT. Die Unternehmens-IT kann dieses Tempo kaum mithalten: Weder stehen die Budgets für den Aufbau und die Vorhaltung flexibler Ressourcen bereit, noch ist die Zeit, das Knowhow und das Personal dafür vorhanden. Von der Integration neuer, cloudbasierter Services ganz zu schweigen.

Was passiert in den Fachbereichen?
Die Fachbereiche suchen sich, um das Tempo aufrecht zu erhalten, an der Unternehmens-IT vorbei Services aus der Cloud. Das ist ja auf den ersten Blick auch ganz einfach: Produkt auswählen, mit Kreditkarte bezahlen und der Service steht - meist sofort per Browser nutzbar - zur Verfügung. Die IT wird nicht weiter mit neuen Themen belastet. Alle sind zufrieden. Wirklich?  

Welche Konsequenzen ergeben sich aus dieser Entwicklung?

Der Fachbereich hat auf den ersten Blick eine schnelle Lösung. Aber meist sind es disruptive Insellösungen, bei der die Komplexität in der Prozesseinbindung in die bestehende Unternehmensstruktur liegt. Zudem geht die Kostentransparenz durch diese alternativen Beschaffungswege für Services verloren. Es erfolgt eine verdeckte Umschichtung der IT-Budgets weg von der IT. Die Verbrauchsmengen der IT sinken. Das Budget der IT kommt unter Druck. Die IT-Kosten sind jedoch unter Umständen gar nicht geringer, sondern nur anteilig versteckt. Der wichtigste Punkt aber ist, dass die IT-Governance und damit auch die IT-Security des Unternehmens unterhöhlt wird. Eine strategische Steuerung der IT ist so nur schwer möglich. Zudem ist fraglich, ob tatsächlich die am besten geeigneten Cloud-Services gewählt wurden und nicht sogar die Falle eines Vendor-Lock-Ins lauert.

Was in dieser Situation zu tun ist, lesen Sie in Folge 2.

Thomas Strigel

Thomas Strigel

Leiter Geschäftsfeldentwicklung Managed Solutions und Consulting, SPIRIT/21

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